Inhaltsverzeichnis:
- Photovoltaikpflicht auf neuen Dächern in Frankfurt
- Kritik an bisherigen Fortschritten und Forderung nach mehr Tempo
- Unterschiedliche Positionen zu Verpflichtungen
- Solaroffensive als Teil der Frankfurter Klimastrategie
Photovoltaikpflicht auf neuen Dächern in Frankfurt
Die Stadt Frankfurt hat beschlossen, dass bei Neubauten mindestens 50 Prozent der nutzbaren Dachfläche mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet werden müssen. Dies gilt künftig für alle Bebauungspläne und städtischen Grundstücksvergaben. Die Entscheidung folgt dem Ziel der Römer-Koalition aus Grüne, SPD, FDP und Volt, die Nutzung von Solarenergie massiv auszuweiten. Der Antrag wurde am Donnerstagabend mit deutlicher Mehrheit angenommen.
David Edelmann (Grüne) wies darauf hin, dass das Solarpotenzial der Stadt bisher nicht ausgeschöpft wird. Seit Beginn der städtischen Solarförderung im Herbst 2023 wurden über 2300 Förderanträge gestellt – von Haushalten, Unternehmen und Vereinen. Auch Schuldächer werden zunehmend mit Solarmodulen ausgestattet. Dennoch zeigen aktuelle Daten, dass Frankfurt im bundesweiten Vergleich weit zurückliegt. Laut dem „SolarCheck 2024“ des Anbieters Lichtblick sind deutschlandweit im Schnitt 70 Prozent der neuen Dachflächen mit Solaranlagen ausgestattet – in Frankfurt nur 25,9 Prozent.
Kritik an bisherigen Fortschritten und Forderung nach mehr Tempo
Julian Langner (FDP) forderte, Frankfurt müsse aus dem letzten Platz herauskommen. Er betonte, dass Photovoltaik durch sinkende Preise mittlerweile konkurrenzfähig sei, wenn sie direkt in die Bauplanung integriert wird. Das Bauplanungsrecht solle gezielt eingesetzt werden, um verbindliche Regeln zu schaffen, damit Frankfurt bis 2035 klimaneutral wird.
Daniela Mehler-Würzbach (Linke) zeigte sich mit dem neuen Beschluss unzufrieden. Sie hält den Schritt zwar für richtig, aber unzureichend. Sie forderte, dass alle Dächer vollständig mit Solaranlagen belegt werden sollten, statt nur zur Hälfte. Frankfurt habe in den vergangenen Jahren zu wenig getan und müsse nun deutlich schneller handeln.
Unterschiedliche Positionen zu Verpflichtungen
Yannick Schwander (CDU) und Peter Paul Thoma (BFF) sprachen sich gegen eine verpflichtende Regelung aus. Schwander sieht in Förderprogrammen und Beratungen einen besseren Weg, um Hausbesitzer zum Handeln zu motivieren. Thoma befürchtet höhere Baukosten durch neue Vorschriften. Beide betonten die Bedeutung freiwilliger Anreize.
Roger Podstatny (SPD) widersprach. Er betonte, dass ohne Verpflichtung bisher keine flächendeckende Nutzung erkennbar sei. Martin Huber (Volt) warnte vor weiteren verlorenen Jahren. Er sprach sich für klare Regeln aus, die Planungssicherheit schaffen und dem Klimaschutz dienen. Auch Tina Zapf-Rodriguez (Grüne), zuständig für Klima und Umwelt, sieht in der neuen Pflicht einen „wesentlichen nächsten Schritt“.
Solaroffensive als Teil der Frankfurter Klimastrategie
Die neue Regelung zur Installation von Photovoltaik auf Neubauten ist ein zentraler Bestandteil der Solaroffensive der Stadt. Ziel ist es, die Nutzung erneuerbarer Energien konsequent auszubauen und Frankfurt langfristig klimaneutral zu gestalten. Mit über 2300 gestellten Förderanträgen zeigt sich bereits ein wachsendes Interesse in der Bevölkerung. Doch die Stadtpolitik sieht weiteren Handlungsbedarf, um das Ausbauziel zu erreichen.
Quelle: Frankfurter Rundschau, webrivaig.com/de