Inhaltsverzeichnis:
- Neue regeln für Frankfurts Außengastronomie
- Freßgass‘ und Berger Straße im Vergleich
- Kontrollen durch Stadtpolizei und Amt für Straßenbau
- Langfristige bedeutung für Frankfurts Stadtbild
Neue regeln für Frankfurts Außengastronomie
Die Satzung über die Sondernutzung öffentlicher Straßen schreibt vor, welche Aufbauten erlaubt sind. Laut Michaela Kraft vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) sind feste, gebäudeähnliche Konstruktionen, Zelte oder Pavillons grundsätzlich verboten. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei starkem Verkehr oder ungünstigen Windverhältnissen, darf eine geschlossene Umzäunung genehmigt werden. Zulässig sind dagegen Schirme und Pflanzkübel. Michael Schramm vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Hessen erklärte, dass die Stadt auf Bitten des Verbandes zunächst auf Bußgelder verzichtet habe, um den Betrieben Zeit zur Anpassung zu geben.
Einige Gastronomen haben die neuen Regeln noch nicht vollständig umgesetzt. Schramm selbst, der mit Ex-Fußballfunktionär Hasan Salihamidžić in die Gastrogruppe Isoletta investiert hat, betonte die schwierige Lage der Branche. Er sprach von „großen Problemen“, die viele Betriebe derzeit zu bewältigen hätten. Auch deswegen zeige sich die Stadtverwaltung verständnisvoll.
Freßgass‘ und Berger Straße im Vergleich
Das Stadtbild zeigt, wie unterschiedlich die neuen Vorschriften umgesetzt werden. Auf der Freßgass‘ sind viele Außenflächen komplett geschlossen, teils mit mobilen Glaselementen, die bei Bedarf geöffnet werden können. Diese Variante gilt als zulässig, solange die Wände nicht dauerhaft geschlossen bleiben. Laut Schramm werde jedoch „manchmal vergessen, über Nacht die Glaswände zu öffnen“. Auf der Berger Straße hingegen wurden im vergangenen Jahr mehrere illegale Aufbauten entfernt. Die Stadtpolizei leitete zahlreiche Ordnungswidrigkeitsverfahren ein und ordnete den Rückbau von Zelten an.
Der Unterschied zwischen den beiden Straßen verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und städtischen Auflagen. In Innenstadtlagen mit hohen Mieten sind zusätzliche Außenflächen für Gastronomen überlebenswichtig. Sie erhöhen die Kapazität und schaffen gleichzeitig lebendige Straßenräume.
Ein ähnlicher Nutzungskonflikt zeigte sich zuletzt auch an anderen Orten der Stadt, etwa bei großen Veranstaltungen wie dem Frankfurter Weihnachtsmarkt 2025, wo Fragen der Flächennutzung und Sicherheit ebenfalls im Mittelpunkt standen.
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Kontrollen durch Stadtpolizei und Amt für Straßenbau
Die Stadtpolizei Frankfurt führt regelmäßige Überprüfungen der genehmigten Außenflächen durch. Von März bis September erfolgen die meisten Kontrollen, insbesondere nach Bürgerbeschwerden. Derzeit sind 1232 Außengastronomien registriert, bei denen es immer wieder zu Verstößen kommt. Laut ASE-Leiterin Kraft hat sich das Problem durch die während der Corona-Zeit erlaubten Sonderbauten verschärft. Viele Betreiber hätten die damals geduldeten, geschlossenen Flächen einfach beibehalten.
Zu den kontrollierten Bereichen zählen Freßgass‘, Berger Straße, Leipziger Straße, Schillerstraße, das Bahnhofsviertel und Alt-Sachsenhausen. Auch auf der Schweizer Straße werden aktuell mehrere Betriebe überprüft. Dieses Vorgehen erinnert an die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in der Innenstadt, wie sie etwa bei erhöhten Polizeikontrollen im Bahnhofsviertel durchgeführt wurden.
Langfristige bedeutung für Frankfurts Stadtbild
Die Neuregelung der Terrassennutzung beeinflusst das Stadtbild Frankfurts nachhaltig. Während die Freßgass‘ durch ihre dichten Bauten fast mediterran wirkt, bleibt die Berger Straße offen und urban. Die Stadt will damit eine Balance zwischen Wirtschaftsförderung und öffentlicher Ordnung erreichen. Der Dehoga hofft, dass sich die flexible Handhabung langfristig auszahlt.
Trotz der Herausforderungen sehen viele Frankfurter in der Außengastronomie einen wichtigen Teil des Stadtlebens. Sie trägt nicht nur zur Atmosphäre bei, sondern schafft Arbeitsplätze und touristische Anziehungspunkte. In Zukunft könnten neue städtische Regelungen und Klimaanpassungen weitere Veränderungen bringen – ähnlich wie bei den nachhaltigen Initiativen, die Frankfurt derzeit in anderen Bereichen umsetzt, etwa bei der Optimierung der Wasserversorgung oder beim Ausbau umweltfreundlicher Stadtstrukturen.
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Quelle: Frankfurter Neue Presse, GLOBEWINGS