Freitag, 12 September 2025 15:39

Streit um Mindestpreise für Taxis in Frankfurt

Taxifahrer in Frankfurt fordern faire Regeln Taxifahrer in Frankfurt fordern faire Regeln Foto: Pixabay

In Frankfurt wächst der Druck auf die Politik, Mindestpreise für Fahrten mit Uber, Bolt und andere Mietwagen einzuführen. Taxifahrer sehen ihre Existenz gefährdet und fordern schnelle Entscheidungen. Die Parteien im Römer sind sich grundsätzlich einig, uneins bleibt man beim Vorgehen.

Inhaltsverzeichnis:

Annette Rinn und die Prüfung des Taxi-Systems

Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) will prüfen lassen, ob das Taxi-System durch Mietwagenbetreiber gestört wird. Grundlage soll ein rechtssicheres Gutachten sein. Schon jetzt signalisierten mehrere Fraktionen Unterstützung für Mindestpreise.

  • Die CDU hatte frühzeitig einen Antrag gestellt
  • BFF-BIG fordert eine sofortige Einführung ohne Gutachten
  • Die SPD kündigte ebenfalls einen eigenen Antrag an

Offen ist, ob ein Gutachten von Gerichten anerkannt würde. Uwe Schulz (BFF-BIG) warnt, dass ein zweijähriges Warten Existenzen vernichten könnte.

Uwe Schulz und die Sorgen der Fahrer

Schulz betont, dass es sich bei Mindestpreisen um juristisches Neuland handelt. Ein höchstrichterliches Urteil liegt nicht vor. Taxifahrer warnen, dass die lange Dauer bis zur Entscheidung ihre wirtschaftliche Lage gefährdet.

Ergin Koc weist auf vorhandene Gutachten aus Essen und Heidelberg hin. Dort sei klar dokumentiert:

  1. Schwarzarbeit
  2. Dumpingpreise
  3. Marktverzerrung

Für Koc ist unverständlich, weshalb Frankfurt ein weiteres Gutachten brauche.

Frank Nagel und die Risiken ohne Gutachten

Frank Nagel, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, räumt ein, dass alle die Lage in Frankfurt kennen. Er warnt jedoch davor, Mindestpreise ohne gerichtsfeste Grundlage einzuführen. Das Risiko für Anfechtungen sei hoch. Auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages verwies auf EU-Recht und warnte vor vorschnellen Schritten.

Die CDU fordert daher ein rechtssicheres Verfahren. Nagel erklärt, dass ein Antrag ohne fundierte Basis mehr Schaden als Nutzen bringen könnte.

Wolfgang Siefert und gleiche Regeln für alle

Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) unterstreicht, dass für alle Anbieter gleiche Regeln gelten müssen. Nur so könne fairer Wettbewerb funktionieren. Mietwagenbetreiber würden Preis-Dumping betreiben, während Taxis an feste Tarife gebunden seien.

Auch Uwe Schulz erkennt dieses Problem an. Dennoch lehnen die anderen Fraktionen den Vorstoß von BFF-BIG ab. Hans-Peter Kratz, Vorsitzender der Taxi-Vereinigung, bezeichnet den Antrag als widersprüchlich. Wichtig sei, dass die Stadt das Taxi-System schütze.

Frank Nagel fordert Druck auf Annette Rinn, um Kontrollen zu verstärken. Denn ohne klare Regeln und Überwachung sei die Existenz zahlreicher Fahrer weiter in Gefahr.

Quelle: Frankfurter Neue Presse, www.patizonet.com/de