Inhaltsverzeichnis
- Bertelsmann Stiftung und Österreichisches Institut für Familienforschung
- Frankfurt, Odenwaldkreis und Wiesbaden
- Katrin Bock-Famulla und Franziska Christian
Bertelsmann Stiftung und Österreichisches Institut für Familienforschung
Die Forscher nutzten amtliche Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe. Daraus berechneten sie die Personalausstattungsquote. Sie zeigt, wie viel Personal im Vergleich zu fachlichen Empfehlungen vorhanden ist.
Hessen erreicht im Ländervergleich einen Durchschnittswert von 0,72. Das entspricht 72 Prozent des empfohlenen Personals. Damit liegt das Bundesland im Mittelfeld.
Die Verteilung ist jedoch ungleich. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- 10 Prozent erfüllen die Empfehlung vollständig
- 19 Prozent erreichen nicht einmal 60 Prozent
- 22 Prozent bleiben knapp unter der Vorgabe
- 49 Prozent kommen auf rund zwei Drittel
Diese Zahlen verdeutlichen strukturelle Engpässe. Parallel diskutiert die Stadtentwicklung in der Mainmetropole neue Projekte wie Frankfurt baut neu, die ebenfalls Auswirkungen auf Infrastruktur und Betreuung haben können.
Frankfurt, Odenwaldkreis und Wiesbaden
In Frankfurt ist die Situation angespannter. Dort liegt die Personalausstattungsquote bei 68 Prozent. Das sind 4 Prozentpunkte weniger als der Landesdurchschnitt.
Im Vergleich dazu erreicht der Odenwaldkreis 85 Prozent. Das ist der höchste Wert in Hessen. Wiesbaden bildet mit 61 Prozent das Schlusslicht.
Die Unterschiede sind deutlich. Sie betreffen sowohl Großstädte als auch ländliche Räume. Die Personallage hängt zudem von Größe, Altersstruktur und Förderbedarf der Kinder ab. Auch andere kommunale Themen wie kommunale Wärmeplanung stehen derzeit im Fokus der Stadtpolitik.
Katrin Bock-Famulla und Franziska Christian
Katrin Bock-Famulla von der Bertelsmann Stiftung beschreibt die Folgen der Unterbesetzung. Fachkräfte meldeten regelmäßig, dass sie ihren Bildungsauftrag unter diesen Bedingungen nicht erfüllen könnten. In Extremfällen bleibe nur die Sicherstellung der Aufsichtspflicht.
Erstmals floss auch der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache oder mit Behinderungen in die Berechnung ein. Die Personalausstattungsquote sinkt mit steigendem Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache. Gerade dort, wo mehr Unterstützung nötig wäre, steht weniger Personal zur Verfügung.
57 Prozent der hessischen Kitas betreuen Gruppen, in denen mehr als ein Viertel der Kinder eine andere Familiensprache als Deutsch spricht. In 55 Prozent der Einrichtungen erhalten Kinder Eingliederungshilfe.
In Frankfurt liegt der durchschnittliche Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache bei 53 Prozent pro Kita. Höher ist er nur in Offenbach. Im Werra-Meißner-Kreis beträgt er 12 Prozent. Weitere Entwicklungen in der Stadt sind mehr hier dokumentiert.
Franziska Christian von der Landeselternvertretung für Kindertageseinrichtungen und -tagespflege in Hessen verweist auf eine hessenweite Elternumfrage. Dort zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Personalmangel und Vertrauen der Eltern. Nur gut ein Viertel gibt an, ihr Kind meist oder täglich mit gutem Gefühl in die Einrichtung zu bringen, wenn Fachkräfte aus ihrer Sicht nicht genügend Zeit haben.
Weitere Informationen zur Untersuchung sind auf der Website der Bertelsmann Stiftung abrufbar unter bertelsmann-stiftung.de.
Überprüfe die Standorte der Kindertagesstätten in Frankfurt auf Google Maps:
Karte: Google Maps / Standorte der Kindertagesstätten in Frankfurt
FAQ
Wie hoch ist die empfohlene Personalstärke in Hessens Kitas?
Die empfohlene Personalstärke basiert auf fachlichen Standards. Laut der Untersuchung erreichen jedoch nur 10 Prozent der Kitas in Hessen diese Vorgaben vollständig.
Wie hoch ist die durchschnittliche Personalausstattungsquote in Hessen?
Hessen kommt im Ländervergleich auf einen Durchschnittswert von 0,72. Das bedeutet, dass im Schnitt 72 Prozent des empfohlenen Personals vorhanden sind.
Wie ist die Situation in Frankfurt?
In Frankfurt liegt die Personalausstattungsquote bei 68 Prozent. Damit befindet sich die Stadt unter dem hessischen Durchschnitt.
Welche Region hat die höchste und welche die niedrigste Quote?
Den höchsten Wert in Hessen erreicht der Odenwaldkreis mit 85 Prozent. Wiesbaden bildet mit 61 Prozent das Schlusslicht.
Wie wirkt sich der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache aus?
Die Studie zeigt, dass die Personalausstattungsquote sinkt, wenn der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache steigt. Gerade dort, wo der Förderbedarf höher ist, steht weniger Personal zur Verfügung.
Was sagen Eltern zur Personalsituation?
Laut einer hessenweiten Elternumfrage gibt nur gut ein Viertel der Eltern an, ihr Kind meist oder täglich mit gutem Gefühl in die Kita zu bringen, wenn Fachkräfte aus ihrer Sicht nicht genügend Zeit haben.
Quelle: Frankfurter Neue Presse, Patizonet