Inhaltsverzeichnis
- Erika Wild und die Seehofstraße 3
- Alice Schwarzer und hessischer Preis 2022
- Annette Kühn und Online-Petition
- Ina Hartwig und Marcus Gwechenberger
- FAQ
Erika Wild und die Seehofstraße 3
Erika Wild ist 84 Jahre alt und Betreiberin der nach eigenen Angaben weltweit ältesten noch existierenden Lesbenbar. Sie wird von Freundinnen gestützt, wenn sie die wenigen Stufen zur Tür hinaufgeht. Der Arm schmerzt. Die Sorgen sind groß. Ihre Vermieterin hat gekündigt. Zudem drohen Strafgelder, falls sie nicht freiwillig räumt.
Seit 2020 gehört das Gebäude einer neuen Eigentümerin. Laut Wild wurde die Miete mehrfach erhöht und habe sich inzwischen verdoppelt. Sie habe alle Forderungen vollständig bezahlt. Im August 2024 sei ihr erstmals eine Frist gesetzt worden. Eine außergerichtliche Einigung sei ohne ihre Zustimmung von ihrem damaligen Anwalt ausgehandelt worden. Nun sucht sie mit Annette Kühn einen neuen Rechtsbeistand.
Das La Gata existiert seit September 1971. 2026 würde die Bar 55 Jahre alt. Ein Bier kostet 3 Euro. Geraucht werden darf weiterhin. An der Decke hängen Kuscheltiere. An der Musikbox wählen Gäste Titel ohne Geldeinwurf.
Alice Schwarzer und hessischer Preis 2022
Wild ist in Seckbach geboren und spricht hessisch. In ihrer Bar werden alle geduzt. Prominente und Stammgäste gleich. Alice Schwarzer kam früher regelmäßig mit der „Emma“-Redaktion ins La Gata. Auch eine bekannte Persönlichkeit aus der Politikwelt war dort zu Gast.
2022 erhielt Erika Wild den hessischen Preis für lesbische Sichtbarkeit für ihr Lebenswerk. Sie stellt sich nicht in den Vordergrund. Nach dem Tod ihrer Ehefrau, mit der sie über 30 Jahre zusammenlebte, ist das La Gata ihr zentraler Lebensmittelpunkt. Ihr engstes Familienmitglied sei ein Papagei namens Jimmy Knopf.
Annette Kühn und Online-Petition
Annette Kühn, Vorstandsmitglied des Lesbisch-Schwulen Kulturhauses, initiierte die Petition „Akut bedroht – Rettet das La Gata“. Innerhalb weniger Tage unterzeichneten über 3.000 Menschen die Online-Petition. Zudem formierte sich eine Gruppe von 15 Unterstützerinnen. Sie organisieren eine Kampagne und eine Demonstration.
Kühn verweist auf die kulturelle Bedeutung des Ortes. Seit 1971 sei er ein „Safe Space“ für Flinta*s, also Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Menschen. Bis heute ist es die einzige Bar in Frankfurt ausschließlich für diese Zielgruppe. Seit der Pandemie öffnet sie nur noch freitags und samstags.
Eine Besucherin aus dem Rheingau-Taunus-Kreis berichtet, sie habe sich dort sofort angenommen gefühlt. In Köln gebe es keine reine Lesbenbar mehr. Ein Wegfall in Frankfurt wäre aus ihrer Sicht ein Verlust für die Stadt.
Hinweise zur Entwicklung des Marktes finden sich mehr hier.
Ina Hartwig und Marcus Gwechenberger
Die Unterstützung reicht in die Kommunalpolitik. Annette Kühn verlas in der Stadtverordnetenversammlung eine Resolution zum Erhalt der Bar. Sie bezeichnete das La Gata als historisch und kulturell bedeutenden Ort.
Kulturdezernentin Ina Hartwig erklärte, das La Gata sei nicht die einzige Traditionseinrichtung, die unter der angespannten Immobilienlage leide. Planungsdezernent Marcus Gwechenberger betonte, der Einfluss sei begrenzt, da es sich um einen Gewerbemietvertrag handle. Gewerbemieter seien in Deutschland nur unzureichend geschützt.
Die Debatte um Kulturorte steht im Zusammenhang mit der städtischen Entwicklung, wie sie unter anderem bei Frankfurt baut neu sichtbar wird. Auch Baudezernentin Sylvia Weber unterstützt den Erhalt.
Wild fragt immer wieder, ob sie eine Chance habe. Der Name La Gata stammt aus dem Spanischen und bedeutet Katze. Sie hatte damals eine Katze. Unter einem Kommentar in sozialen Medien heißt es, Katzen hätten sieben Leben.
Zudem gilt die Stadt als bedeutender Standort des Nachtlebens, mehr dazu hier.
Überprüfe den Standort des La Gata in Frankfurt auf Google Maps:
Karte: Google Maps / Standort des La Gata in Frankfurt
FAQ
Wann muss Erika Wild das La Gata räumen?
Bis zum 31. März soll Erika „Ricky“ Wild ihre Bar in der Seehofstraße 3 in Frankfurt-Sachsenhausen verlassen.
Seit wann existiert das La Gata?
Das La Gata wurde im September 1971 eröffnet und gilt als weltweit älteste noch existierende Lesbenbar.
Wie viele Menschen haben die Petition unterstützt?
Innerhalb weniger Tage haben über 3.000 Menschen die Online-Petition „Akut bedroht – Rettet das La Gata“ unterzeichnet.
Wer unterstützt den Erhalt politisch?
Unter anderem Ina Hartwig, Sylvia Weber und Marcus Gwechenberger haben sich für den Erhalt des La Gata ausgesprochen.
Quelle: Frankfurter Neue Presse, Patioznet