Montag, 01 September 2025 15:01

Frankfurt verschärft Drogenkontrollen

Polizeikontrolle im Frankfurter Bahnhofsviertel Polizeikontrolle im Frankfurter Bahnhofsviertel Pixabay/ Foto illustrativ

Die Polizei in Hessen intensiviert ihre Kontrollen im Frankfurter Bahnhofsviertel. Ziel ist mehr Sicherheit und ein Rückgang der Kriminalität. Eine neue Problemdroge verschärft jedoch die Lage.

Inhaltsverzeichnis:

Innenminister Roman Poseck über Polizeieinsätze in Frankfurt

Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigte an, dass die Behörden weiterhin stark im Frankfurter Bahnhofsviertel präsent sein werden. Seit Beginn der Innenstadtoffensive Anfang 2024 gab es 36 Großkontrollen. Dabei wurden mehr als 5.100 Personen überprüft und 739 Strafanzeigen gestellt.

Die Aktion ist Teil der Kampagne „Innenstadtoffensive“. Sie wird in mehreren Städten umgesetzt, darunter Frankfurt, Darmstadt, Fulda, Kassel und Wiesbaden. Später schlossen sich auch Bad Hersfeld und Biedenkopf an. Das Hauptziel bleibt die Verbesserung der Sicherheitslage in den Innenstädten.

Rückgang der Kriminalität

Im Jahr 2023 wurden im Frankfurter Bahnhofsviertel über 10.000 Straftaten registriert. Ein Jahr später sank die Zahl um 740 Fälle auf 9.871. Das entspricht einem Minus von sieben Prozent. Laut Innenministerium sei dies ein Ergebnis der verstärkten Polizeiarbeit.

  • regelmäßige Großkontrollen
  • hohe Präsenz im Bahnhofsviertel
  • gezielte Maßnahmen gegen Drogenhändler

Fentanyl als neue Gefahr im Bahnhofsviertel

Die Situation im Viertel bleibt angespannt. Abhängige berichten von einer aggressiveren Stimmung. Grund dafür ist die neue Droge Fentanyl, die etwa 100-mal stärker wirkt als Morphium und rund 50-mal stärker als Heroin.

Etwa 200 bis 250 schwer abhängige Menschen halten sich dauerhaft oder regelmäßig im Bahnhofsviertel auf. Die Zahl bleibt stabil, auch wenn es in der Szene große Fluktuationen gibt. Im Jahr 2024 starben in Frankfurt 20 Personen im Zusammenhang mit ihrer Abhängigkeit.

Maßnahmen der Stadt Frankfurt

Die Stadt will Menschen aus der offenen Drogenszene in Hilfseinrichtungen leiten. Besonders im Fokus steht der Drogenkonsumraum an der Niddastraße. Dort sollen die Plätze bis Ende 2025 von derzeit 4 auf bis zu 20 erweitert werden.

  1. Verringerung des offenen Konsums auf der Straße
  2. Ausweitung von Betreuungs- und Hilfsangeboten
  3. Unterstützung für schwer abhängige Personen

Ergebnisse der Innenstadtoffensive in Hessen

Hessenweit kontrollierte die Polizei seit Beginn der Kampagne rund 63.000 Menschen. Es wurden 6.200 Straftaten festgestellt und 1.650 Personen festgenommen.

Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Juli 2025 meldete das Innenministerium bereits 1.145 Festnahmen und fast 4.000 Straftaten. Damit zeigt sich, dass die Offensive kontinuierlich umgesetzt wird.

Gezielte Aktionen gegen Dealer

Das Ministerium erklärte, dass weitere Operationen vorbereitet werden. Dealerstrukturen im Bahnhofsviertel sollen nachhaltig geschwächt werden. Der Schwerpunkt liegt darauf, das Gebiet für Rauschgifthändler unattraktiv zu machen und den Druck auf die Szene hochzuhalten.

Perspektive für das Bahnhofsviertel

Die Lage im Frankfurter Bahnhofsviertel bleibt schwierig. Fentanyl stellt eine neue, hochgefährliche Herausforderung dar. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass die Maßnahmen Wirkung haben. Die Polizei hält an ihrer Strategie fest, um die Sicherheit zu erhöhen und die Dealerstrukturen einzudämmen.

Die Kombination aus polizeilichen Kontrollen und sozialen Hilfsangeboten soll langfristig zur Stabilisierung beitragen. Frankfurt und Hessen setzen damit auf einen doppelten Ansatz im Kampf gegen Drogen und Kriminalität.

Quelle: Frankfurter Rundschau, www.patizonet.com/de/