Dienstag, 17 Februar 2026 19:06

Frankfurt baut neu

 Neue Wohnprojekte sollen Frankfurts Wohnungsnot mindern. Neue Wohnprojekte sollen Frankfurts Wohnungsnot mindern. Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Frankfurt am Main steht unter Druck. Die Bevölkerung wächst. Der Wohnraum bleibt knapp. Heute leben rund 760 000 Menschen in der Stadt. Bis 2040 wird laut Landesprognose ein deutlicher Anstieg erwartet. Gleichzeitig steigen Mieten und Kaufpreise. Hinweise auf aktuelle Entwicklungen am Markt finden sich etwa bei den Immobilienpreisen in Frankfurt. Die Stadt reagiert mit Neubauprojekten, Förderprogrammen und Kooperationen. Doch der Bedarf bleibt hoch.

Inhaltsverzeichnis

Marcus Gwechenberger und Wohnungsbau in Frankfurt

Klare Diagnose

„Wir haben definitiv Nachholbedarf beim Wohnungsbau“, sagt Marcus Gwechenberger. Seit 2022 ist er Planungsdezernent der Stadt. Alle Prognosen zeigen, dass Wohnen eine Daueraufgabe bleibt. In den kommenden 20 Jahren stehen mehrere Großprojekte an. Dazu zählen

  • der neue Stadtteil im Nordwesten
  • die Einhausung der A 661
  • Entwicklungen rund um Römerhof, Rebstock, City West und Schönhof

Hinzu kommen Umnutzungen. Etwa das ehemalige Büro-Aldi in Sachsenhausen. Auch Aufstockungen und Konversionen werden umgesetzt. Jede Maßnahme soll zusätzlichen Wohnraum schaffen.

Rolle der ABG

Frankfurt setzt stark auf kommunale Gesellschaften wie die ABG. Diese erhöht die Mieten im Bestand derzeit nur um 1 Prozent pro Jahr. Laut Gwechenberger erzielt sie jährlich Gewinn. Nicht nur Umsatz. Gewinn bei gleichzeitigem Neubau. Möglich ist das, weil die Stadt auf Dividenden verzichtet. So sinkt der Preisdruck.

Im Jahr 2023 überarbeitete Frankfurt alle Förderprogramme. Die Stadt bietet nun 30 bis 40 Jahre zinslose Darlehen an. Das reagiert auf den Zinssprung. Neubauten sind ohne Unterstützung kaum realisierbar. Problematisch bleibt der Rückzug des Bundes aus der KfW-Förderung. Weitere Informationen zur KfW finden sich unter kfw.de.

Eigentumspreise und Genossenschaften in Wien und Zürich

Eigentumswohnungen kosten im Schnitt über 7000 Euro pro Quadratmeter. Für viele ist das zu teuer. „Die allermeisten, gerade Fachkräfte, die neu in die Stadt kommen, haben kein Startkapital von 500 000 Euro.“ Daher liegt der Fokus auf Mietwohnungen. Genossenschaften sollen stärker eingebunden werden. Städte wie Wien oder Zürich gelten als Beispiele für dieses Modell.

Im neuen Stadtteil sollen rund 1000 Wohnungen genossenschaftlich oder gefördert entstehen. Diese Form liegt zwischen Miete und Eigentum. Sie verbindet langfristige Sicherheit mit moderaten Kosten. Zusätzlich plant Frankfurt Wohnungen für bestimmte Gruppen. Dazu gehören Azubis, Studierende, Feuerwehrleute und Pflegekräfte. Die Situation von Studierenden wird auch unter mehr hier beleuchtet. In den nächsten 10 Jahren gehen 25 Prozent der Beschäftigten in Rente. Ersatz wird gebraucht. Wohnraum ist dafür Voraussetzung.

Offenbacher Kaiserlei und A 661

Frankfurt setzt auf Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen. „Wir werden das wirtschaftliche und das demografische Wachstum nicht alleine stemmen können.“ Ein Beispiel ist der Offenbacher Kaiserlei. Dort kooperiert die Stadt mit der ABG, um leerstehende Hochhäuser in Wohnraum umzuwandeln. Auch entlang der S-Bahn sind Partnerschaften möglich.

Prestigeprojekte wie Four-Frankfurt lösen das Problem nicht. Sie ergänzen die Skyline. Wichtig bleibt die soziale Mischung. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung sind im Förderweg 1 berechtigt. Mit Förderweg 2 sogar zwei Drittel. Das betrifft breite Schichten. Gleichzeitig gewinnen Umwandlungen von Büroflächen an Bedeutung. Ein Überblick über den Frankfurter Büromarkt zeigt die Dynamik in diesem Segment. Projekte wie das Schönhofviertel oder die Konversion in Niederrad zeigen Potenzial. Dort entstehen mehrere tausend Wohnungen mit Anbindung und sozialer Struktur.

Frankfurt steht vor einer langfristigen Aufgabe. Die Stadt wächst weiter. Der Bedarf steigt. „Das Thema Wohnen wird uns nie loslassen.“

FAQ

Wie viele Menschen leben derzeit in Frankfurt am Main?

Aktuell leben rund 760 000 Menschen in der Stadt.

Was sagt Marcus Gwechenberger zum Wohnungsbau in Frankfurt?

Er betont, dass beim Wohnungsbau definitiv Nachholbedarf besteht und dass diese Aufgabe dauerhaft bleibt.

Wie entwickelt sich die Mietpolitik der ABG?

Die ABG erhöht die Mieten in ihrem Bestand derzeit nur um 1 Prozent pro Jahr und erzielt dennoch Gewinn.

Wie hoch sind die durchschnittlichen Preise für Eigentumswohnungen?

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt bei über 7000 Euro.

Wie viele Wohnungen sollen im neuen Stadtteil genossenschaftlich oder gefördert entstehen?

Geplant sind rund 1000 Wohnungen in genossenschaftlicher oder geförderter Form.

Warum setzt Frankfurt auf Kooperationen wie am Offenbacher Kaiserlei?

Die Stadt geht davon aus, dass sie wirtschaftliches und demografisches Wachstum nicht allein bewältigen kann.

Quelle: Frankfurter Neue Presse, SN2 WORLD