Inhaltsverzeichnis:
- Ermittlungen gegen US-Soldaten in Frankfurt
- Unfallhergang auf der Autobahn 3
- Suche nach Zeugen durch Polizei
- Reaktionen aus Wiesbaden und US-Berichten
- Vergleich mit früherem Fall in der Eifel
Ermittlungen gegen US-Soldaten in Frankfurt
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte, dass ein 25-jähriger Soldat der Vereinigten Staaten im Mittelpunkt der Ermittlungen steht. Oberstaatsanwalt Dominik Mies erklärte, dass die Anklagepunkte fahrlässige Tötung sowie Gefährdung des Straßenverkehrs umfassen. Die Ermittler stehen in engem Austausch mit amerikanischen Behörden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kann das Verfahren im Rahmen eines Zusatzabkommens zum Nato-Truppenstatut an die US-Militärjustiz übergeben werden.
Unfallhergang auf der Autobahn 3
Der Unfall geschah gegen 19 Uhr in Fahrtrichtung Würzburg. Der Soldat überholte mit seinem Honda Accord einen Audi, der auf der linken Spur fuhr, rechts. Beim anschließenden Spurwechsel kam es zur Kollision. Der Audi wurde durch den Aufprall über die Mittelleitplanke geschleudert und prallte in Fahrzeuge auf der Gegenfahrbahn Richtung Köln.
- In einem der Autos saßen ein 20-jähriger Mann und eine 21-jährige Frau
- Beide starben noch an der Unfallstelle
- Der 38-jährige Fahrer des Audi erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen
Ein weiteres Fahrzeug fuhr in die Unfallstelle. Die Insassen wurden leicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Insgesamt waren neun Fahrzeuge beteiligt. Die A3 blieb bis 5 Uhr morgens vollständig gesperrt.
Suche nach Zeugen durch Polizei
Die Polizei bittet dringend um Hinweise von Personen, die Angaben zur Fahrweise des mutmaßlichen Verursachers machen können. Die Ermittler konzentrieren sich dabei auf das Überholmanöver des US-Soldaten.
Zentrale Fakten in Kürze
- Unfall am 7. September gegen 19 Uhr
- Drei Todesopfer, zwei junge Menschen starben am Unfallort
- Neun Fahrzeuge waren beteiligt
- Ermittlungen gegen einen 25-jährigen US-Soldaten
Reaktionen aus Wiesbaden und US-Berichten
Auch die US-Armee reagierte. Die Zeitung The Stars and Stripes berichtete über den Vorfall und verwies auf ein Schild an der Clay-Kaserne in Wiesbaden. Darauf wurde am Tag nach dem Unfall angezeigt, dass seit dem letzten tödlichen Unfall im Zusammenhang mit der Garnison ein Tag vergangen sei. Dies deutet laut der Plattform auf eine Verbindung des Soldaten nach Wiesbaden hin. Eine offizielle Bestätigung durch die US-Militärbehörden gibt es bisher jedoch nicht.
Vergleich mit früherem Fall in der Eifel
Ein ähnlicher Fall ereignete sich in der Eifel. Dort wurde einem US-Soldaten ein tödlicher Falschfahrerunfall mit einer Toten und zwei Schwerverletzten vorgeworfen. Der Prozess soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft Trier am Landgericht stattfinden. Damit soll den deutschen Hinterbliebenen die Teilnahme am Verfahren ermöglicht werden. Das US-Militärrecht erlaubt keine Nebenklage, was in Deutschland jedoch möglich ist.
Der aktuelle Fall auf der A3 zeigt, wie eng deutsche und amerikanische Behörden bei Ermittlungen gegen Soldaten zusammenarbeiten und welche rechtlichen Fragen dabei entstehen.
Quelle: Frankfurter Neue Presse, www.patizonet.com/de