Inhaltsverzeichnis:
- Jonas Haller bestätigt Nachweise in Stadtteilen Frankfurts
- Peter Tinnemann betont Verantwortung für Bevölkerung
- Tigermücke überträgt Dengue, Zika und West-Nil-Virus
- Bürger sollen Brutstätten konsequent beseitigen
- Kontakt zum Gesundheitsamt Frankfurt
Jonas Haller bestätigt Nachweise in Stadtteilen Frankfurts
Die Abteilung Infektiologie des Frankfurter Gesundheitsamts startete im Frühjahr ein groß angelegtes Überwachungsprogramm. Mit dem Aufruf „Fangen Sie Mücken“ wurden Mitarbeiter systematisch in die Suche eingebunden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die invasive Art bereits fest in Frankfurt angesiedelt hat.
Biologe Jonas Haller und sein Team hatten diese Entwicklung vermutet. Ihre Annahmen haben sich nun bestätigt. Ursprünglich stammt die Tigermücke aus Südostasien, breitet sich aber seit Jahren in Europa aus. Auffällig sind die schwarz-weißen Streifen an Beinen und Körper sowie der weiße Strich auf dem Kopfschild.
Peter Tinnemann betont Verantwortung für Bevölkerung
Das Gesundheitsamt Frankfurt informiert die Bewohner der betroffenen Stadtteile schriftlich. Jede betroffene Person erhält ein Schreiben mit Hinweisen zum Schutz von Haus und Garten. Darin finden sich konkrete Empfehlungen, um Brutstätten zu vermeiden.
Leiter Dr. Peter Tinnemann erklärt, dass die Aufgabe der Behörde im Schutz der Bevölkerung liegt. Dazu zählt auch die Prävention von Krankheiten, die potenziell durch Mücken übertragen werden. Klimawandel begünstigt die Ausbreitung dieser Arten auch in Deutschland.
Tigermücke überträgt Dengue, Zika und West-Nil-Virus
Die Tigermücke ist tagaktiv und sticht besonders aggressiv. Sie kann verschiedene Viren wie Dengue, Zika oder Chikungunya übertragen. In Deutschland besteht aktuell noch keine akute Gefahr. Eine Infektion wäre nur möglich, wenn die Mücke zuvor eine bereits infizierte Person gestochen hätte. Dennoch bleibt die Art aufgrund ihres Verhaltens und ihrer Verbreitung ein ernstzunehmendes Risiko.
Microsoft-Gründer Bill Gates hatte das Insekt bereits als das „tödlichste Tier der Welt“ bezeichnet, da es weltweit Krankheiten weiterträgt. Frankfurt reagiert mit Aufklärungskampagnen und enger Zusammenarbeit mit den Anwohnern.
Bürger sollen Brutstätten konsequent beseitigen
Die Ausbreitung kann nach Expertenangaben mit einfachen Maßnahmen verlangsamt werden:
- Kein stehendes Wasser in Gießkannen oder Blumentopf-Untersetzern
- Sandkästen und Möbelabdeckungen regelmäßig kontrollieren
- Vogeltränken häufig mit frischem Wasser füllen
Besonders kleine Wasserstellen sind für Tigermücken attraktiv. Fließgewässer oder gechlorte Pools dagegen meiden sie. Je kleiner die Wasserfläche, desto größer die Gefahr einer Ansiedlung.
Kontakt zum Gesundheitsamt Frankfurt
Wer glaubt, eine Tigermücke entdeckt zu haben, soll den Fund melden. Das Einfangen mit einem Glas und anschließendes Kühlen im Kühlschrank oder Gefrierfach erleichtert die Bestimmung. Erschlagene Tiere können nicht mehr untersucht werden.
Funde oder Fotos lassen sich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! senden. Außerdem können Exemplare per Post an das Gesundheitsamt, Breite Gasse 28, 60313 Frankfurt am Main, geschickt oder dort persönlich abgegeben werden. Je mehr Bürger am Monitoring teilnehmen, desto gezielter kann das Gesundheitsamt Maßnahmen ergreifen und die Bevölkerung schützen.
Quelle: Frankfurter Neue Presse, YouTube, www.extratimeout.com/de