Mittwoch, 29 Oktober 2025 17:49

Angriff mit heißem Öl vor Gericht

Tatort Frankfurt: Ermittler untersuchen Angriff mit heißem Öl. Tatort Frankfurt: Ermittler untersuchen Angriff mit heißem Öl. Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Eine schockierende Tat beschäftigt derzeit das Landgericht Frankfurt. Ein 51-jähriger Künstler steht vor Gericht, nachdem seine Partnerin mit schweren Verbrennungen in eine Offenbacher Spezialklinik eingeliefert wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gefährliche Körperverletzung vor.

Inhaltsverzeichnis:

Angriff in Wohnung im Frankfurter Nordend

Am 5. März dieses Jahres, kurz vor 5 Uhr morgens, soll der Angeklagte seiner schlafenden Partnerin in der gemeinsamen Wohnung im Frankfurter Stadtteil Nordend heißes Öl ins Gesicht gegossen haben. Das Öl hatte er zuvor in einer Pfanne in der Küche erhitzt. Laut Anklage wollte der Mann seiner Partnerin damit einen „Denkzettel verpassen“ und zugleich ihr Mobiltelefon an sich nehmen. Er vermutete darauf Beweise für eine Affäre.

Die Frau erlitt Verbrennungen zweiten Grades auf rund 20 Prozent ihrer Körperoberfläche. Sie musste sich zwei Operationen unterziehen und verbrachte etwa vier Wochen in einer Klinik in Offenbach, die auf Brandverletzungen spezialisiert ist. Die bleibenden Narben gelten laut medizinischer Einschätzung als wahrscheinlich.

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Schwerverletzte Frau als Nebenklägerin

Die Frau tritt im Verfahren als Nebenklägerin auf. Der Angeklagte sitzt seit rund sieben Monaten in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat gezielt und geplant war. Für den laufenden Prozess sind zunächst sieben Verhandlungstage bis Anfang Dezember vorgesehen.

Die Ermittler wollen zusätzliche Zeugen hören, um mehr über die Beziehung des Paares zu erfahren. Es sollen Bekannte und Nachbarn aussagen, die die Entwicklungen in der Partnerschaft beobachtet haben.

Künstler schweigt vor Gericht

Am ersten Verhandlungstag blieb der Angeklagte stumm. Mit Schutzmaske und Aktenordner vor dem Gesicht saß er regungslos auf der Anklagebank. Seine Verteidigerin erklärte, ihr Mandant werde sich zunächst nicht äußern – weder zur Tat noch zu seiner Person. Eine spätere Aussage sei jedoch geplant.

Der Angeklagte ist laut Medienberichten ein bekannter Künstler mit eigenem Wikipedia-Eintrag. Er war in der Vergangenheit international tätig und lebte bis zu seiner Festnahme in Frankfurt. Trotz seiner öffentlichen Präsenz wollte er sich am ersten Prozesstag nicht zu den Vorwürfen äußern.

Hintergrund weiterer Ermittlungen in Frankfurt

Die Tat ereignete sich in einem Umfeld, das in Frankfurt bereits mehrfach durch Gewaltdelikte aufgefallen ist. Die Behörden hatten zuletzt verstärkt Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit eingeleitet. Unter anderem wird die Polizeipräsenz in gefährdeten Stadtteilen erhöht, wie auch in einem Bericht über Frankfurt verstärkt Polizeipräsenz im Bahnhofsviertel dargestellt.

Auch andere Fälle häuslicher Gewalt sorgten in der Region für Schlagzeilen. So musste in Frankfurt-Rödelheim eine Frau vom Balkon springen, um sich vor ihrem gewalttätigen Partner zu retten. Die Behörden wollen künftig enger mit Beratungsstellen zusammenarbeiten, um Betroffene besser zu schützen.

Mehr über aktuelle Entwicklungen im Justizwesen der Stadt erfahren Sie in dem Beitrag über den Prozessauftakt im Frankfurter Landgericht.

Der aktuelle Fall zeigt erneut, wie schwerwiegend Gewalt in Beziehungen sein kann und welche Folgen sie für die Opfer hat. Weitere Sicherheitsinitiativen, etwa im Rahmen der verstärkten Polizeiarbeit, sollen solche Vorfälle in Zukunft verhindern. Näheres zu den Maßnahmen in der Stadt lesen Sie hier.

Quelle: Frankfurter Neue Presse